„Wer nach Gottes Plan fragt, erlebt Überraschungen“

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Mit Anfang zwanzig wollte ich Ingenieur werden – mit Mitte dreißig war ich Pastor, Dozent und Musiker. Denn wenn man nach Gottes Wegweisung im Leben fragt, kann man Überraschungen erleben!

Nach meinem erfolgreichen Ingenieurstudium schien ich am Ziel angekommen: Ich hatte einen guten Job und war dazu noch glücklich verheiratet! Was will man mehr? Und doch stellte ich mir immer öfter die Frage, ob das wirklich der Platz war, den Gott für mich vorgesehen hatte. Meine Frau und ich teilen die Liebe zur Musik, und so wuchs in uns immer stärker der Wunsch, uns theologisch und musikalisch ausbilden zu lassen. Doch wie unterscheidet man zwischen Wunschtraum und Gottes Wegweisung? Wir waren jung, standen mitten im Leben, waren erfolgreich und standen finanziell gut da. Außerdem sind wir eher ängstliche Typen, die unnötige Risiken scheuen. Uns war klar, dass es berufliche Unsicherheit und finanzielle Engpässe bedeuten würde, wenn wir unsere Berufe kündigen und ganz neue Schritte wagen würden.

Von Gott versorgt
Über Freunde und Bekannte wurden wir auf das Columbia Bible College in Kanada aufmerksam. Dort gab es einen kombinierten Studiengang von Musik und Theologie. Wir bekamen den Eindruck, dass Gottes Platzanweisung für uns genau dort sei. Also prüften wir die Sache: Wir beteten und baten um Zeichen, die tatsächlich eintrafen. Also machten wir den ersten Schritt und setzten uns mit dem College in Verbindung. Schnell kristallisierten sich zwei Hindernisse heraus: die Sprache und die Finanzen. Zwar konnten wir etwas Schulenglisch und hatten auch etwas angespart, aber beides reichte nicht aus. Doch jetzt wurde Gott aktiv. Obwohl wir den geforderten Sprachtest nicht nachweisen konnten, durften wir anfangen zu studieren.
Nachdem wir alles auf eine Karte gesetzt und Deutschland hinter uns gelassen hatten, sorgte Gott auch für die Finanzierung, aber keinen Moment vorher! Nun erlebten wir Gottes Versorgung: Unbekannte schickten uns Geld, ich konnte in den dreimonatigen Semesterferien nach Deutschland fliegen und als Ingenieur arbeiten. Wir hatten nie viel, aber immer genug.

Als nach zwei Jahren unsere Zeit in Kanada zu Ende ging, stellte sich erneut die Frage, wie es weitergehen sollte. Binnen weniger Tage bekamen wir Angebote unserer früheren Arbeitgeber, wieder in unsere alten Berufe einzusteigen. Wir nahmen die Angebote an, und doch merkten wir, dass dies nicht das Ende unserer Reise sein würde. Mehr und mehr hatte ich den Eindruck, dass Gott mich ganz im theologischen Bereich haben wollte.
So begann ich, meine wöchentliche Arbeitszeit als Ingenieur zu reduzieren. Gerade genug um die Familie zu versorgen – wir waren mittlerweile zu dritt –, aber doch so weit, dass mir genug Zeit blieb, weiter Theologie zu studieren. Nach drei zusätzlichen Jahren des Weiterstudierens und Arbeitens und einem abschließendem halben Jahr an einer theologischen Hochschule in den USA, hatte ich das Ingenieursein ganz hinter mir gelassen. Gott hatte unser Leben in andere Bahnen gelenkt.

Gottes Wege sind gut
Wenn wir ein Resümee über Gottes Wegweisung in unserem Leben ziehen, würden wir sagen: Gottes Wege sind nicht immer leicht! Es hat viel Mühe, Arbeit und manchmal auch Tränen der Verzweiflung gekostet. Aber Gottes Wege sind gut! Diese Glaubensschritte zu gehen, das heißt, uns ganz in die Abhängigkeit von Gott zu begeben, bedeutete für uns, Gottes Eingreifen in einer Art und Weise zu erleben, wie wir es bis
dahin noch nicht kannten.

Frank Pacek

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